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Reich Gottes bauen – Heute – hier –jetzt (2)

Was treibt einen Sachsen dazu, jedes Jahr sich für ein halbes Jahr von seinem Arbeitgeber unbezahlt beurlauben zu lassen, mit Frau und Kleinkind in die Pampa zu ziehen, in ein rumänisches Dorf, wo auf deutsch gesagt Hund und Katz verreckt sind?

Was treibt einen 75jährigen Fuhrunternehmer aus ... dazu, jedes Jahr zweimal einen Konvoi mit Hilfsgütern eigenhändig mit einem Sattelzug nach Rumänien zu fahren und nach telefonischem Anruf einen ausgebauten Glockenstuhl innerhalb Deutschlands 600 km an seinen Zollstandort anfahren zu lassen.

Was treibt eine 90jährige Beterin nach dem wöchentlichen Gebetskreis dazu, Ihre Geldbörse zu öffnen und genau den fehlenden Geldbetrag (in diesem Fall 100€) herauszunehmen, um den Glockenstuhltransport nach Rumänien letztendlich abzusichern?

Was treibt einen traditionell geprägten Kirchenvorstand dazu, seine liebgewonnenen alten ausgedienten Glocken, die schon für den entsprechenden Friedhofsplatz vorgesehen waren, abzugeben und nach Rumänien zu verschenken?

Was treibt einen anderen Kirchenvorstand dazu, das Gleiche zu tun und noch darüber nachzudenken, wie man für die eigenen ausgedienten Glocken einen weiteren Glockenstuhl neu fertigt und diesen dann nach Rumänien bringt?

Was treibt einen Sachsen dazu, 2 dieser Glocken zwischen dem Weihnachts- und Neujahrsfest 2006 in einem Kleintransporter mit Anhänger bei noch nicht vorhandener EU-Erweiterung über die Grenze zu schmuggeln?

Was treibt eine sächsische Glockenmontagefirma dazu, auf Anfrage zwei nagelneue Glockenlager für “unsere unbekannten Freunde in Rumänien“ zu stiften?

Was treibt einen 67jährigen Zimmerermeister dazu, als Inhaber eines Familienunternehmens, der noch nie einen Glockenstuhl gebaut hat, 8 Tage zu opfern, einen geregelten Tagesablauf mit geregelten Mahlzeiten aufzugeben, auf Lohn und Gehalt zu verzichten, Reisekosten und –strapazen auf sich zu nehmen, erstmalig in seinem Leben einen Schlafsack zu erwerben und ihn dann auch noch zu nutzen, um 1500 km vom heimigen Herd in der Pampa einen Glockenstuhl zu errichten?

Was treibt einen freischaffenden Planer als Existenzgründer und Familienoberhaupt von 4 Kindern dazu, seine 12 laufenden Baustellen und Weib und Kinder für 1 Woche im Stich zu lassen, in sein Auto einzusteigen, unzählige Male vorsätzlich gegen die Vorschriften der STVO zu verstoßen, seinen Schutzengel zu Überstunden und vollstem Einsatz bis zum Morgengrauen zu nötigen, um als Schreibtischtäter beim „Aufbau-Ost“ dabei zu sein?

Was treibt ein Kind Gottes dazu, seinen Schöpfer anzuschreien?

Was treibt unsere besseren Ehehälften und Glaubensgeschwister der verschiedenen Gebetskreise in der Heimat dazu, fürbittend die Hände zu falten bei Tag und Nacht, um die täglichen Anfechtungen abzuwenden und uns in der Ferne den Rücken, die Augen und den Boden unter den Füßen zu stärken und die Regenwolken zu vertreiben?

Was treibt den Kirchenältesten der Ortsgemeinde bei der Verabschiedung dazu, zu sagen: „Wir sind Euch unseren Dank schuldig.“?

Was treibt uns als Christen in dieser Welt, die gleichzeitig Gottes Reich und gefallene Welt in Einem darstellt?

Es ist Gottes guter Heiliger Geist, der uns als seine Kinder umweht, uns dies und jenes tun lässt. Wichtig ist, IHN zu spüren und das Notwendige tun, was uns täglich vor die Füße legt, mit dem, was wir besitzen (Gaben, Fähigkeiten) und mit dem, was wir verwalten (Reichtum).

In diesem Sinne durften wir teilhaben an einer „himmlischen Mission“ und wir kehrten nach 8 Tagen als Gesegnete heim.

Und übrigens, die Pampa ist ein wunderschönes Stück Erde, die Natur dort – fast ein Stück Paradies – es lohnt sich dieses Stück von Gottes Reich zu besuchen und darin zu verweilen.

Ein gesegnetes Pfingstfest und jederzeit Gottes Heiligen Geist stärkend im Rücken wehend,
dies wünschen Euch Catrin& Thomas, wie auch Efriede&Günther.

Thomas Schubert Synodaler der Ev. Kirche in Sachsen

in Verbindung mit derEv. Kirchgemeinde AB Stein
in Siebenbürgen / Romania